Altertümer
Die Felsritzungen bei Lille Strandbygård auf Süd-Bornholm sind ein bedeutendes bronzezeitliches Denkmal, das 1878 entdeckt wurde. Es besteht aus 11 Radkreuzen und etwa 50 Schälchen (Schälchenvertiefungen) auf einer Felsplatte sowie auf einem nahegelegenen Stein. Die Fundstätte zeugt von einer reichen Besiedlung während der Bronzezeit (ca. 1700–500 v. Chr.) und wird durch Funde von Grabhügeln und Hausgrundrissen aus der Eisenzeit in der näheren Umgebung ergänzt. Es handelt sich um das größte Felsritzenfeld der Region und es wird angenommen, dass es eine große religiöse Bedeutung hatte.
Details zum Bodendenkmal
Lage: In der Nähe der Südküste Bornholms, zwischen Rønne und Snogebæk gelegen.
Eisenzeitliche Siedlungen: Kleinere Ausgrabungen haben Hausstrukturen aus der Eisenzeit in unmittelbarer Nähe der Felsritzungen nachgewiesen.
Grabhügel: Das Gebiet weist zahlreiche bronzezeitliche Grabhügel auf, auch wenn viele davon im 19. Jahrhundert entfernt wurden.
Motive: Der Felsen zeigt 11 große Radkreuze, von denen eines einen doppelten Ring und hornartige Ausläufer besitzt. Zusätzlich finden sich etwa 50 Schälchen, von denen vier eine Kreuzform bilden.
Geschichte: Die Felsritzungen wurden 1878 entdeckt und 1891 unter Schutz gestellt. Die Ritzungen sowie die hohe Konzentration an Grabhügeln und Felsflächen deuten auf eine dicht besiedelte und kulturell bedeutende Stätte während der Bronzezeit hin. Weitere Ritzungen und bronzezeitliche Grabhügel, die sich früher in der Umgebung befanden, sind heute nicht mehr erhalten.
Bedeutung: Die Ritzungen werden mit den religiösen Kulten der Bronzezeit und der zentralen Rolle der Sonne in der damaligen Glaubenswelt in Verbindung gebracht. Sie weisen darauf hin, dass das Gebiet in dieser Zeit dicht besiedelt war.
Der Schälchenstein: Ein separater Sandsteinblock in der Nähe des Felsritzenfeldes, der mit bis zu 90 Schälchen bedeckt ist und 1997 entdeckt wurde.
Historischer Atlas
Bei Lille Strandbygård im südwestlichen Teil Bornholms liegt ein großer Stein an der Erdoberfläche. Während der Bronzezeit haben Menschen hier 13 kreisförmige Symbole sowie eine große Anzahl kleiner Vertiefungen – sogenannte Schälchen – in den Stein gehauen. Schälchen finden sich an Hunderten von Orten auf Bornholm. Wahrscheinlich handelt es sich um magische Zeichen oder Symbole, deren genaue Bedeutung jedoch unbekannt ist.
Die Kreissymbole haben häufig die Form sogenannter Radkreuze. Diese sind von Felsritzungen an vielen Orten in Dänemark und Südschweden bekannt und finden sich auch auf verschiedenen Gegenständen aus der Bronzezeit. Die Räder des berühmten Sonnenwagens haben ebenfalls die Form von Radkreuzen.
Die Sonne im Glauben der Bronzezeit
Der Sonnenwagen gibt einen Einblick in die Glaubensvorstellungen der Bronzezeit, in denen die Sonne eine zentrale Rolle spielte. Felsritzungen sind ein weiterer Ausdruck dieses Glaubens. Die Steinbilder können für sich genommen schwer zu deuten sein. Durch den Vergleich mit Darstellungen auf bronzezeitlichen Artefakten lassen sich jedoch bestimmte Mythen nachvollziehen.
Während ihrer täglichen Reise über den Himmel wurde die Sonne von verschiedenen Wesen begleitet. Nur zur Mittagszeit wurde sie von einem Pferd gezogen. Die meiste Zeit jedoch reiste die Sonne mit einem Schiff und wurde von einem Fisch, einem Vogel und einer Schlange begleitet. Die Radkreuze können Symbole für die Sonne selbst sein, aber auch für ihre Bewegung im Laufe des Tages und des Jahres.
Weitere Informationen zur Forschungsgeschichte finden Sie auf dieser Website:
https://trap.lex.dk/Helleristning/billedsten,_Lille_Strandbygaard
Anfahrtsbeschreibung: (Parkplätze sind vor Ort vorhanden)
https://maps.app.goo.gl/MRU4P4WoAMreckS98
Quelle:
https://historiskatlas.dk/@55.0685194,14.8364053,14z?th!1001